Baum des Jahres 2019 – die Flatter-Ulme

 Wenn man sich das natürliche Verbreitungsgebiet ansieht, ist es nicht verwunderlich, dass ich im Münsterland länger nach einer geeigneten Flatter-Ulme (Ulmus laevis Pall.) suchen musste. Hinzu kommt, dass dem auch Wasser-Rüster genannte Baum im Forst keine große Beachtung geschenkt wurde. Vielleicht ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, denn dieser Art begleiten viele Fehlinformationen. 

Das ist aus forstlicher Sicht verwunderlich, denn der Baum steht gut am Wasser. Jedoch sagte man ihr schlechte Wuchsformen und -leistung nach, sodass folglich andere Ulmenarten eingesetzt wurden.

Die Flatter-Ulme könnte sich nach der letzten Eiszeit als eine der ersten Baumarten wieder angesiedelt haben. Sie unterscheidet sich botanisch sehr stark von den anderen Ulmenarten und erwies sich als sehr widerstandsfähig gegen das Ulmensterben. Diese Ulme mag es besonders gerne feucht und kommt sehr gut mit flachgründigen Böden klar. Hier werden die typischen Brettwurzeln gebildet und der Baum erhält einen ganz eigenen Charakter.

Darum will ich unbedingt versuchen, den Baum wenigstens in der einen oder anderen Neupflanzung zu berücksichtigen und vielleicht gelingt ja sogar ein Durchbruch in Form einer größeren Allee. Ich bleibe unbedingt dran.

Flatter-Ulme (Ulmus laevis)

 Die Flatter-Ulme (Ulmus laevis PALL.1784) ist ebenfalls unter den Bezeichnungen Rispen-Ulme, Wasser-Rüster und Weiß-Rüster bekannt. Dieser Baum war bereits vor Linnè 1753 bekannt aber bis heute ein unbekanntes Wesen. Der bis zu 35 m hohe Baum erreicht ein Alter von bis zu 500 Jahren und entwickelt eine breite und reichästige Krone die weit ausladen kann. An nassen und flachgründigen Standorten sichert diese Ulme den Stand durch die Ausbildung von typischen Brettwurzeln, die man ansonsten eher von Tropenbäumen her kennt.

Die angelsächsische Bezeichnung `Russian Elm´ macht deutlich, dass der Baum im Osten bis an den Ural verbreitet aber grundsätzlich in Mitteleuropa zu finden ist. Lediglich Norddeutschland und der Norden Frankreichs, sowie England, Dänemark, Schweden und Norwegen kennen diesen Baum nicht aus seiner natürlichen Verbreitung.

Das ringporige Holz wirkt hell, gelblichweiß und der Splint macht etwa 2/3 des Stammdurchmessers aus und ist anhand anatomischer Merkmale gut von anderen Ulmen unterscheidbar. Die Flatter-Ulme kreuzt sich im natürlichen Verbreitungsgebiet – anders als landläufig angenommen – nicht mit anderen Ulmenarten und es sind kaum Gartenformen vorhanden.

Baum des Jahres

...Link für die kleinen und großen Baumfreunde!

Baum des Jahres 2019: Die Flatter-Ulme

 

... die offiziellen Seiten der Baum des Jahres - Dr. Silvius Wodarz Stiftung

Arborix

 

Baum des Jahres 2015: der Feldahorn

Baum des Jahres 2016: Die Winterlinde

Baum des Jahres 2017: die Fichte

Baum des Jahres 2018: Die Ess-Kastanie